Filmbeschreibung

Peppermint Frieden (1983)
PETER FONDA : "... Wir sitzen heute alle in einem Boot, ob wir Deutsche oder Amerikaner oder Russen sind. Wir duerfen nicht auf einen Marsmenschen hoffen, sondern muessen selber was tun, jeder einzelne ..... deswegen haben wir auch PEPPERMINT FRIEDEN zusammen gemacht !"

MAX OPHUELS PREIS - PRAED. BESONDERS WERTVOLL - FILM DES MONATS JURY DER EV. FILMARBEIT - PREIS DES ZUSCHAUERS (FRANKFREICH) - DEUTSCHER KRITIKER PREIS - INTERNATIONALER KRITIKER PREIS (FIPRESCI KARLSBAD) - THE TYNE AWARD (ENGLANG)
 
Regie: Marianne S.W. Rosenbaum.
Mit Saskia Tyrollr, Gesine Strempel, Peter Fonda.
 
Krieg und Frieden aus der Sicht eines Maedchens in der Nachkriegszeit  
Die Geschichte einer Kindheit: 1943 nimmt Mariannes Vater Abschied, er muss in den Krieg ziehen. Das Kind beobachtet das Getuschel der Erwachsenen um die Existenz des nahen Konzentrationslagers, erlebt, wie ein Freund der Familie verschwindet; schliesslich wird es von Bombenangriffen, die das Kind nicht begreifen kann, unbewusst veraengstigt. Mit der Mutter flieht Marianne bei Kriegsende von Boehmen nach Niederbayern und findet in Straubing eine neue Heimat. Auch der Vater trifft bald dort ein und tritt eine Stelle als Lehrer an. Marianne und die anderen Kinder bleiben haeufig sich selbst ueberlassen, reden ueber den Krieg und wissen nicht so recht, was sie sich unter Frieden wirklich vorstellen sollen. Ein amerikanischer Soldat taucht im Dorf auf, verschenkt Kaugummis, laesst die Kinder in seiner luxurioesen Limousine mitfahren und geht ein Verhaeltnis mit einer jungen Frau im Ort ein. Die Kinder nennen den Amerikaner "Mister Frieden" und beobachten mit Vorliebe seine erotischen Begegnungen mit Nilla, um sie dann neugierig nachzuspielen. Der Pfarrer zieht von der Kanzel gegen die Kommunisten zu Feld und verbietet im Religionsunterricht, der die Kinder zu naiv froemmelnden Spielen provoziert, den Kaugummi als ein Stueck schlimmer Fleischeslust. Der amerikanische Soldat wird wegen "Fraternisation" von der Militaerpolizei festgenommen. Und schon wieder diskutieren die Leute ueber Krieg und beschwoeren Aengste vor dem Osten herauf; nun, auch vor dem Hintergrund der Kaempfe in Korea, sorgt die Atombombe fuer neue Alptraeume. Mariannes noch laengst nicht verarbeitete Aengste werden erneut freigesetzt. Mit der glaeubigen Naivitaet eines Kindes betet sie zur heiligen Jungfrau um Frieden und erkrankt, als sie die vagen Andeutungen der Erwachsenen fuer das sichere Zeichen einer unmittelbar bevorstehenden neuen bewaffneten Auseinandersetzung haelt. In Fiebertraeumen malt sie sich Vergangenheit und Zukunft aus; als sie endlich gesund erwacht, reagiert sie uebergluecklich auf die Einsicht, dass der Krieg doch nicht gekommen ist - ohne dass die Erwachsenen begreifen, was in dem Kind vorgegangen war. 
 
In PEPPERMINT FRIEDEN geht es um die eigene Kindheit der Filmemacherin Marianne S.W. Rosenbaum; dies klingt nach Mode, schliesslich ist es in den achtziger Jahren "in", die Bedingungen der eigenen Existenz bis in die Windeln zurueckzuverfolgen. Aber die Kindheitsjahre, von denen hier erzaehlt wird, beginnen vor dem Ende des II. Weltkriegs, in einer Zeit, ueber die das Kino inzwischen viele Topoi hervorgebracht hat. PEPPERMINT FRIEDEN kann auf sie verzichten, weil die Erzaehlung privat und aufrichtig genug bleibt; ebenso werden politische Klischees ausgespart, und genau dadurch beginnt der Film politisch zu werden. Ziel ist nicht die historische Rekonstruktion, sondern die Vergegenwaertigung von Erinnerungen und Gefuehlen, subjektiv und selektiv. Fragmentarische Bilder ueber den Abschied des Kindes vom Vater, der Wunsch des Maedchens, ihn nach "Minsk und Smolensk" zu begleiten, Erinnerungen an einen zweiten Verlust, an "Doktor Klug" und sein Plaedoyer fuers Hakenschlagen, an die Worte "verreist" und "abgeholt", mit denen die Erwachsenen das Verschwinden von Menschen benennen, Gedanken an die angebliche Ziegelei, ueber der nachts oft ein Feuerschein zu liegen scheint: Die Erwachsenen verraten sich dadurch, dass sie das Kind von ihrem eigenen Wissen fernhalten und abschirmen wollen. Das erzeugt Phantasien und Aengste. Nicht die Truemmer der Nachkriegszeit werden erinnert, nicht die physischen Noete, nicht die Moerder unter uns und nicht die politischen Fragen. Erzaehlt und reflektiert werden die Irritationen, Traeume und Aengste eines Kindes: Ueberklebte Schulbuchseiten; ein Vater, der fremd wirkt; Gespraeche, deren Hintergruende raetselhaft bleiben; der ploetzliche Wandel von Aeusserlichkeiten; ein Kind, das erschrocken "mein Fuehrer!" stammelt, als es einen Stapel aus den Buechern getrennter Hitlerbilder in den Ofen wandern sieht. Und dagegen ein neuer Mythos: der US-Soldat in seinem schoenen Auto mit seinen Geschenken; die Erfahrung, dass es neben der eigenen auch eine fremde Sprache gibt; und schliesslich die Versuche, diesen unverstaendlichen Worten auf die Schliche zu kommen. "No fraternization" kann unter diesen Umstaenden schon "du sollst nicht Unkeuschheit treiben!" heissen. Vor diesem Hintergrund sind auch die forschenden Kinderspiele zu sehen, die vom Religionsunterricht des bigotten Pfarrers nicht weniger beeinflusst werden als von der Neugier auf die geheimnisvollen Vorgaenge zwischen dem amerikanischen Mister und der bayerischen Nilla. Marianne S.W. Rosenbaum inszenierte diesen Mikrokosmos ihrer Kindheit zwar mitunter etwas konfus, mit einigen Saetzen und Bildern, die der kindlichen Perspektive gelegentlich widersprechen, vor allem in den Traumsequenzen. Aber gleichzeitig gelingen der Filmemacherin viele hinreissend schoene Momente, vor allem in der Eroeffnungs-Sequenz; an Einfaellen und emotionalen Qualitaeten ist ihr Film aussergewoehnlich reich, und ihr unerschuetterlicher Humor bewahrt der Geschichte auch dann noch die Anteilnahme des Zuschauers, wenn die Dramaturgie - was manchmal geschieht - zum Leerlauf tendiert. 

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Filmdetails

Peppermint Frieden
Laufzeit: 103 min.
Sprache: Deutsch
Genre: Spielfilm, Klassiker, Kino & TV
Land: Deutschland
Produzent: Nour Film
IMDb: IMDb: tt0086093
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