Flughafen Bern-Belp 60 Jahre 1929-1989 (1989) RatingRatingRatingRatingRating

Flughafen Bern-Belp 60 Jahre 1929-1989
IM „MOESLI“ GEHT ES WIEDER AUFWAERTS :
 
Der Berner Flughafen kann 1989 das 60jaehrige Bestehen feiern. Seine Geschichte verlief von An­fang an in einem Wechselspiel von bedaechtigem Zuwarten und hoechster Dringlichkeit. Mehrere Ausbauprojekte wurden im Verlauf der Jahr­zehnte geplant, aber von den Bernern zum Teil an der Urne abgelehnt. Seit 1987 wird das «Moesli» - so die volkstuemliche Bezeichnung des fuenftgroessten Schweizer Flughafens - von der privatisierten Traegerfirma Alpar AG gefuehrt.
 
In den vergangenen Jahrzehn­ten war das Weiterbestehen des im Sommer 1929 eroeffneten Flughafens der Bundesstadt verschiedentlich in Frage gestellt: Entweder unguenstige po­litische Rahmenbedingungen oder dann seine von Huegeln umgebene geografische Lage waren Haupthindernisse. So waelzten fruehere Fliegereipro­gnostiker diverse Verlegungs­projekte. Man suchte fuer einen neuen Berner Flughafen fla­chere Ebenen im Grossraum Bern - allen Schwierigkeiten zum Trotz behauptete sich das «Moesli» bis heute an seinem angestammten Platz. Es geht wieder langsam, aber stetig aufwaerts im Belpmoos. Verschiedene Linienverkehrsgesellschaften, so die Dan-Air, die Crossair und die Sabena, haben den Bundesstadt-Flug­hafen in ihre europaeischen Linienflugplaene aufgenommen.
 
Internationale Belpmoos-Tage 89  
Ein Grund also fuer Zuversicht und fuer die Berner Flieger das Motiv, aus Anlass des sechzig­sten Geburtstages am 19. und 20. August 1989 die «Interna­tionalen Belpmoos-Tage 89» durchzufuehren. Das Schwerge­wicht wird auf der Zivilaviatik liegen. «Die Fliegerei zum An­fassen», lautet das IBT'89-Motto. Es sollen Flugzeuge am Boden und in der Luft gezeigt werden, die in Bern-Belp Ge­schichte machten und die heute wie allenfalls in Zukunft dort verkehren.
 
Nachholbedarf  
Die von Rueckschlägen nicht verschonte Flugplatzentwick­lung hat Konsequenzen: Schon laengst besteht bei den Flugha­fenbauten ein Nachholbedarf. Erneuerungen aller Art sind auf dem Flughafen der Bundesstadt dringend notwendig und teilweise bereits im Gange. So stammt der noch heute benuetzte «Oskar-Bider-Hangar» aus dem Jahre 1928 ! Barackenbauten, in frueheren Jahren als guenstige Provisorien erstellt, tragen mit bei zum Eindruck eines leicht idyllisch-verstaubten Flughafenbildes.
 
Zudem kann sich Bern-Belp «ruehmen», die auf dem Konti­nent wohl strengsten Fluglaerm­vorschriften zu haben. Alpar-Direktor Heinz E. Mueller, seit bald zwei Jahren im Amt, ist aber zuversichtlich, dass «sein» Regionalflughafen mit interna­tionalen Verbindungsmoeglich­keiten jetzt endlich sukzessive modernisiert werden kann. Vor allem die Passagiere, aber auch das Personal, duerften dafuer dankbar sein.
 
ILS-System seit 1987  
Ein bedeutender erster Schritt ist gemacht worden, als im Fruehjahr 1987 erstmals ein Instrumenten-Lande-System (ILS) installiert werden konnte. Vermehrte Schlechtwetteranfluege sind damit moeglich und dadurch eine erhoehte Flug­puenktlichkeit. Ausweichfluege nach Zuerich-Kloten oder Basel im Falle «mieser» Berner Wet­terverhaeltnisse werden jetzt sel­tener.
 
Urspruenglich zwei Berner Flugplaetze
 
In den Jahren ab 1910 - es war die Zeit der Schweizer Flugpio­niere - genuegte das «Beundenfeld» auf der Berner Allmend dem damals sachte aufkommenden Flugbetrieb. Ein weite­res Flugfeld existierte in Ober­lindach noerdlich von Bern. Beide Flugfelder wurden je­doch fuer den gewerbsmaessigen Luftverkehr im Laufe der Jahre zu klein. 1919 studierten Sach­verstaendige erstmals die Moeg­lichkeiten zur Schaffung eines neuen Berner Flugplatzes. Es dauerte aber noch eine Weile, ehe man schluessig wurde. 1925 begannen die Landerwerbs-Verhandlungen und in der Folge eine Geldsammlung bei der Privatwirtschaft. Beide waren erfolgreich: 126.000 Franken kamen fuers Erste zu­sammen. Im Mai 1928 stimm­ten die Berner Stimmbuerger dem Ankauf von 30 Hektar Land im Belpmoos fuer den zu­kuenftigen Berner Flugplatz zu. Endlich hatten die Berner die Bedeutung des Luftverkehrs er­kannt !
 
Eroeffnung mit grossen Flugtag  
Nach Planier- und Bauarbei­ten, in deren Zug ein Hangar entstand, konnte der neue Flugplatz im Belpmoos am 14. Juli 1929 offiziell eingeweiht werden. Am Eroeffnungs-Flugtag nahmen 17 Maschinen teil. Walter Mittelholzer, der beruehmte Schweizer Flieger, fuehrte mit einer Junkers F13 Passagierfluege durch, und die Alpar praesentierte ihre beiden soeben erworbenen Flugzeuge Fokker F.XI (Innerschweizer Linienfluege) und Comte AC-4 (Alpenrundfluege) dem stau­nenden Publikum. Eine Comte AC-8 wurde 1930 fuer Alpen­fluege ueber 4.000 m Hoehe be­stellt. Sie bot neben dem Piloten Platz fuer fuenf Passagiere.
 
Bundesinteresse vertraglich gesichert  
Das Interesse der Eidgenossen­schaft an der Mitbenuetzung der Berner Flugplatzanlagen wurde schon Ende 1929 durch einen Beitrag von 200.000 Franken und durch eine Vereinbarung bekraeftigt. Danach besteht die dauernde Verpflichtung, die Flughafenanlagen dem Ver­kehr der Luftfahrzeuge des Bundes, des diplomatischen Korps sowie den Flugzeugen von Behoerden des In- und Aus­landes ganzjaehrig offenzuhal­ten. Die 1986 bis ins Jahr 2016 erneuerte Konzession enthaelt ebenfalls eine entsprechende Auflage.
 
Auch Berner Aero-Club wird 60 Jahre alt  
Die erste Flugzeughalle mass 30 mal 20 m. «Sollte dieser Hangar zur Beherbergung von Flugzeu­gen ausnahmsweise nicht aus­reichen, so steht auch noch der Hangar des Berner Aero-Clubs, das Oskar Bider Haus, zur Verfuegung», hielt der erste Flugplatzdirektor in einem Pa­pier fest.
 
Die Berner Sport- und Aero-Club-Flieger spielten damals im «Moesli» eine Pionierrolle; auch spaeter noch waren sie stets aktiv, beispielsweise bei der Durchfuehrung von Sportflie­geranlaessen, Landflugtagen, bei Meetings und Rallyes. Heute kann der fast 1.000 Mit­glieder zaehlende Berner Aero-Club ebenfalls sein 60-Jahr-Jubilaeum feiern: Auch der BAeC wurde 1929 gegruendet, als Folge des Zusammenschlusses frueherer Flugsportorganisatio­nen in der Region.
 
Im Weltkrieg: Fliegertruppen-Stuetzpunkt  
Weitere Flugplatzhangars ent­standen im Verlauf der Jahre. Im Zweiten Weltkrieg diente Bern-Belp den helvetischen Fliegertruppen als Stuetzpunkt. D-27-Jagdflugzeuge und C-35-Mehrzweckmaschinen bezogen im «Moesli» Quartier. Verein­zelt konnten Segelfluege in Platznaehe und Keuchhustenfluege durchgefuehrt werden. Neben Zuerich, Genf und Basel gehoerte Bern zu den vier Staed­ten, bei denen nach dem Bundesbeschluss von 1945 ein Flug­hafen fuer den kontinentalen Luftverkehr erstellt werden sollte. Es waren aber die umliegenden Huegel, die den Anfor­derungen eines damaligen, mo­dernen Allwetterfluges buch­staeblich «im Wege standen». Die Alpar als Flugbetriebs- und Flugplatzhalterin musste in der Folge auf den Betrieb von eige­nen Linienfluegen verzichten.
 
Graspiste verschwindet 1959  
1952 wurde die damals 23jaehrige Graspiste leicht abgedreht und 1954 auf 1300 m auspla­niert. Zugleich erstellte man den Kontrollturm. 1957 ent­stand das Projekt einer Hartbe­lagspiste, weil die Pistenver­haeltnisse nach Regenfaellen im­mer misslicher wurden. Freu­dig begruessten die Flugplatzbenuetzer die am 5. Juni 1959 in Betrieb genommene neue Hartbelagspiste. Sie konnte 1964 um 110 m Laenge auf 1310 m (heu­tige Laenge) ausgedehnt werden; eine Erweiterung erfuhren auch die Abstellplaetze.
 
Projekte, Studien  
Von 1947 bis 1983 gab es min­destens sechs konkrete berni­sche Flughafenprojekte und -studien. Das letzte Ausbau­vorhaben wurde von den Stadtberner Stimmbuergern 1983 wuchtig abgelehnt. Die Folge war die Privatisierung der Alpar - sie arbeitet heute nach voll marktwirtschaftlichen Grund­saetzen und setzt auf die Karte «Linienverkehr». Somit leuch­tet am Berner Flughafen-Hori­zont wieder ein Hoffnungs­schimmer fuer die Zukunft auf. Viele Kreise anerkennen ver­mehrt den gewichtigen Stellen­wert des Flughafens im Belpmoos als bedeutender Verkehrs­traeger sowohl fuer die staedtische wie die regionale Wirtschafts- ­und Tourismusbranche, aber auch als Ausbildungsstaette fuer den Pilotennachwuchs im Rah­men der Fliegerischen Vor­schulung. Selbstverstaendlich nicht zu vergessen sind die dort domizilierte REGA, diverse Taxiflug- und Unterhaltsbe­triebe sowie die seit 1953 in Bern-Belp ansaessige Heliswiss als bedeutendes schweizerisches Helikopterunternehmen. Fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden im «Moesli» heute und auch in einer wieder gesicherten Zukunft ihr regelmaessiges Auskommen.
Laufzeit: 25 min.
Sprache: Deutsch
Genre: Ausland, Dokumentationen
Land: Schweiz
Produzent: Zbinden AG
 
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