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Elisabeth Bergner ist laengst zu einer Legende geworden. Sie ist eine der seltenen Erscheinungen, die das deutsche Theater der 20iger Jahre gepraegt, die Dichter, Maler und Bildhauer ihrer Zeit inspiriert und die das Lebensgefuehl einer ganzen Epoche beeinflusst hat.
Ob sie als "Fraeulein Julie", als "Rosalinde", "Koenigin Christine" oder "Heilige Johanna" auf der Buehne stand, oder als "Fraeulein Eise", "Ariane" oder im "Traeumenden Mund" im Mittelpunkt eines Films - ganz Berlin lag ihr zu Fuessen, die Kritiker beteten sie an, die groessten Schauspieler jener Zeit wollten ihre Partner sein... Albert Bassermann, Rudolf Forster, Werner Krauss, Heinrich George... und die Grossen ihrer Zeit - Thomas Mann, Schnitzler, Hauptmann, Shaw, Barry, Brecht, Einstein - sie alle waren dem Zauber und dem Geheimnis der Bergner erlegen.
Anfang der 30iger kam die Emigration, es war fuer sie kein Platz mehr im Deutschland Adolf Hitlers - so geriet sie nach London. Und der Erfolg wiederholte sich. Auch in England wurde sie auf der Buehne und im Film zu jenem einmaligen Ereignis, von dem die letzten ueberlebenden Zeugen aus der Zeit vor dem letzten Krieg berichten. Es hieß: Die Bergner ist ein Genie.
Fuenfzig Jahre ist Elisabeth Bergner in London geblieben. Sie hat dort gelebt. Sie ist von London aus nach dem Krieg fuer einige Theaterauffuehrungen und Filme nach Deutschland zurueckgekehrt und wieder - in einer ganz anderen Zeit - wurde sie bejubelt, geliebt, vergoettert - von anderen Generationen - vom Publikum und von der Kritik als Inbegriff dessen, was dem Theater seinen Zauber gibt, und von denen, die ihre Erfuellung auf der Buehne suchen, als Idol, als leuchtendes Vorbild.
Wir lasen das Interview einer jungen Schauspielerin von heute, die gesagt hat : Mein Vorbild ist Elisabeth Bergner, ich wuensche mir nichts mehr, als so zu werden wie sie.
Wir haben diese junge Schauspielerin eingeladen, nach London zu kommen, und wir haben sie mit Elisabeth Bergner zusammengebracht.
1982 / 45 Min.
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